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Das antike Spielzeug wurde in den folgenden Jahrhunderten in Form und Ausdruck kontinuierlich weiter entwickelt und verfeinert. Hinzu kam, dass die Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Schicht deutlich abzulesen war. Kinder aus den unteren Bevölkerungsschichten hatten nur wenig Zeit und Kraft zum Spielen, da sie ihren Familien als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen mussten. Demzufolge war auch kein Geld übrig, um Puppen, Pferdefiguren, Holzspielzeug oder Ähnliches anzuschaffen, wie sie Kindern aus reicheren Schichten zur Verfügung standen. Ärmere Kinder griffen hingegen auf Naturstoffe zurück (Kastanien, Steine, Äste) und bastelten ihr Spielzeug selbst, um trotz der Anstrengungen, die ihnen das Leben täglich abverlangte, ihr Bedürfnis nach Spiel und Traumwelt zu stillen.
Im Mittelalter kamen Kinder aus dem Bürgertum und dem Adel bereits in den Genuss, ihr Spielzeug von speziellen Handwerkern anfertigen zu lassen. Die Spielgeräte wurden immer wertvoller und aufwendiger in der Gestaltung und Verarbeitung. Zugleich zeigte sich in krasser Deutlichkeit, welche unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen später auf Jungen und Mädchen warteten. Für den Jungen gab es Miniaturwaffen und Jagdfiguren, die Mädchen beschäftigten sich mit allem, was sie auf ihre späteren mütterlichen Aufgaben vorbereitete.
Seinerzeit entstanden Fachbetriebe für die Spielzeugherstellung, und Holz entwickelte sich unaufhaltsam zum gefragtesten Naturmaterial. Aufgrund der waldreichen Gegenden siedelten sich Manufakturen in den Gegenden von Thüringen, im Alpenland, in Nürnberg und Augsburg und im sächsischen Erzgebirge an. Nürnberg wurde bekannt durch seine „Docken“ – aus Holz geschnitzte und gedrechselte Puppen, die sich allergrößter Beliebtheit erfreuten und bald um entsprechendes Zubehör bereichert wurden. 1850 wurde im Erzgebirge die erste Holzspielwarenfabrik gegründet. Mit der einsetzenden Industrialisierung kamen auch neue Technologien zum Einsatz, die eine schier grenzenlose Vielfalt in der Produktionspalette ermöglichten: Dampfmaschinen, Puppenhäuser, die üppig ausgestattet waren, erste Spielzeugeisenbahnen. Die thüringische Stadt Sonneberg rückte im 19. Jahrhundert in das Zentrum der Spielzeugherstellung, um zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ihren Spielwaren den Weltmarkt zu erobern und zu beherrschen. |
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